Über «Delphine Seyrig, portrait d'une comète»

   

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Dreharbeiten mit Georges Wilson


Pressestimmen

... "Au théâtre it faut tuer, il faut mourir, il faut faire les choses qui sont absolument interdits dans la vie." Das sagte eine andere Grosse, die sich im Spiel erschöpfte und tötete, die "schöne Fremde" Delphine Seyrig. Jacqueline Veuve ("Journal de Rivesaltes", "Chronique vigneronne") zeichnet in ihrem "Portrait d'une comète" ein faszinierendes und ergreifendes Bild der Schauspielerin, die seit ihrem mysteriösen Erscheinen in Alain Resnais' "L'Année dernière à Marienbad" zwischen Traumschönheit und Pinterscher Grausamkeit oszillierte, ihr Glühen hinter einem unterkühlten Spiel verbergend und mit einer heiseren, immer wie erkältet klingenden Stimme.
Jacqueline Veuve kannte sie während zwanzig Jahren, Feminismus war ein Leitmotiv in ihrer Beziehung, der Feminismus, mit dem Delphine Seyrig nach Claude Regys Urteil ihr Image zerstörte: "De 'Marienbad' aux barricades" sei es nicht mehr dieselbe Frau. Weil sie so schön war, konnte sie Feministin sein, meint eine Repräsentantin der Frauenbewegung. ...
Andreas Klaeui, Bericht über das Festival Locarno, Basler Zeitung, Basel,  12./13.8.2000

Dieses Jahr legt Veuve in Locarno gleich zwei Produktionen vor, ein "Familienvideo" über ihren Sohn Laurent ("Le salaire d'artistes") sowie ein Porträt der vergessenen Schauspielerin Delphine Seyrig. Veuve hat die Französin, die 1961 mit ihrer Rolle in "L'année dernière à Marienbad" berühmt wurde, persönlich gekannt, und freundschaftliche Verbundenheit sowie eine zurückhaltende Verehrung bestimmen den Geist von "Delphine Seyrig - portrait d'un comète". Wie immer in ihren Arbeiten montiert Veuve das Archivmaterial diskret – Filmausschnitte, die Seyrig in Filmen von Resnais, Truffaut, Robert Frank oder Marguerite Duras zeigen, Theaterdokumentationen und Erinnerungen von Zeitgenossen – und lässt damit das Bild einer Frau auferstehen, die schauspielerisch zwar ausgesprochen wandlungsfähig war, als von 1968 geprägte Feministin politisch aber keine Kompromisse kannte.
Nicole Hess, Tages-Anzeiger, Zürich, 9.8.2000

 Weitere Texte, auf französisch: siehe die französische Detailseite